Seite wählen
Spotify verklagt – Musikverlag setzt sich für die Künstler ein
Musik-Streamingdienst Spotify boomt - Vom Erfolg bekommen Künstler und Verlage jedoch wenig ab. Die Klage von Wixen Music gegen Spotify ist eingereicht.

17. September 2018

Spotify
(Bild: © carloscastilla - Fotolia.com)

Spotify als Musik-Streamingdienst boomt. Doch nun droht dem schwedischen Start-Up Unternehmen eine gewaltige Schadensersatzsumme in Höhe von 1,6 Milliarden Dollar. Wixen Music Publishing – ein Musikverlag der unter anderem die Rechte an Songs von Neil Young, Rage Against the Machine und Joseph Arthur hält – wirft Spotify die Verletzung seiner Urheberrechte vor. Das Unternehmen soll jahrelang Lieder verwendet haben, ohne Lizenzgebühren an den Musikverlag abzuführen.

Die Klage wurde Ende 2017 bei einem Bundesgericht in Los Angeles eingereicht.

Spotify feiert Erfolg – Künstler gehen leer aus

In der Klageschrift wird der Grund für die Klage ersichtlich. Während Spotify in den letzten Jahren zu einem Milliardenunternehmen geworden ist, haben die Songschreiber und ihre Musikverlage nicht an diesem Erfolg teilhaben können. Die Musikindustrie boomt – doch die Musiker und Verlage profitieren hiervon nicht.

„In vielen Fällen hat Spotify ihre Musik ohne Lizenz und ohne Vergütung benutzt“, so heißt es in der Klageschrift.

Spotify nutzte 11.000 Titel ohne Lizenzgebühren zu zahlen

Angabe Wixens zu Folge habe Spotify rund 11.000 Titel des Musikverlages in ihrem Streamingdienst veröffentlicht. Für jedes der Lieder verlangt Wixen nun eine Entschädigung von 150.000 Dollar; in der Summe 1,6 Milliarden Dollar.

Schlechte Vergütung der Künstler kein Einzelfall

Doch dies scheint nicht die erste Klage gegen Spotify zu sein. Bereits im Mai hat Spotify im Streit um Verwertungsrechte einen Fonds in Höhe von 43,45 Millionen Dollar eingerichtet, um eine Sammelklage von Musikern abzuwenden. Doch dies scheint bei weitem nicht genug zu sein.

Im Sommer knackte der Musik-Streamingdienst nach eigenen Angaben die Marke von 60 Millionen zahlenden Nutzern. Damit ist Spotify die unangefochtene Nummer 1 auf dem Markt. Doch bereits seit Jahren beschweren sich immer häufiger die Künstler über unfaire und ungleichmäßige Bezahlung. Allen voran gegangen war die Popsängerin Tylor Swift. Sie boykottierte Spotify über eine lange Zeit hinweg, indem sie ihre Alben nicht auf Spotify veröffentlichte. Seit Sommer 2017 gab aber auch sie nach und machte wieder alle Alben für die Kunden zugänglich.

l

Ihre Autoren

Die Autoren der Beiträge bei urheber.law sind Rechtsanwälte der Kanzlei Tölle Wagenknecht aus Bonn und u.a. im Urheberrecht tätig. Erfahren Sie mehr über uns oder die Kanzlei, indem Sie Kontakt zu uns aufnehmen.

Kommentare

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ähnliche Beiträge

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Sie haben Fragen?

Gerne klären wir mit Ihnen auch Ihr Anliegen im Urheberrecht. Wir freuen uns über eine Kontaktaufnahme. 

Newsletter abonnieren

Erhalten Sie kostenfrei regelmäßige Updates aus unseren Rechtsgebieten.

Folgen Sie uns 

Vernetzen Sie sich über unsere Auftritte in den sozialen Medien mit uns.